Verlassene Kulturlandschaften - hier: das Gelände des alten Rangierbahnhofs in Soest - verwandeln sich allmählich zurück in Naturlandschaften.
Die Dinge verlieren ihren Zweckbezug und beginnen, wieder von sich selbst, durch sich selbst zu sprechen. Eine meditative Stimmung geht von der Umwandlung, von Verlieren und Gewinnen, von Abnehmen und Zunehmen aus.
Eisenbahnschotter, ehemals Fundament für Schienenstränge, nähert sich in der
Gleichförmigkeit der Steinbrocken der Ordnung eines Zengartens.
Eisenbahnschwellen verwittern, Strukturen des Holzes werden sichtbar. Eisenteile rosten. Eine im Schotter liegende Mutter vergisst ihren Bezug zur Schiene; im Rost erinnert sie sich an das Eisen, aus dem sie besteht, in der hexagonalen Form erinnert sie mich an die Kammern der Bienenwabe oder an die Form der Ommatiden, die Einzelsegmente des Schmetterlingsauges.
   Es ist still. Ein gelber Schmetterling fliegt auf.